Die Pfarrkirche St. Cyriakus.

An der Pfarrkirche St. Cyriakus Schapbach haben viele Generationen gebaut. Ihr ältester Teil, das westliche, schmalere Langhaus, geht auf die Jahre 1667/1668 zurück. Das ursprünglich an diesem Platz  stehende romanische Kirchlein war im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) zerstört worden. Diesem Morden und den immer wieder auftretenden Pestepidemien fielen auch im Wolftal ein großer Teil der Bevölkerung zum Opfer.  Es lebten kaum noch dreihundert Menschen im Ort, als sich  die noch verbliebenen Gläubigen der 1275 errichteten Pfarrei  daran machten, wieder ein Gotteshaus zu bauen. An Stelle eines Kirchturms nahm ein kleiner Dachreiter das Geläute auf. Es war zunächst ein schlichtes Kirchlein, dessen Ausstattung erst nach und nach erfolgte. Der Chor mit dem wertvollen barocken Hochaltar kam erst im Jahr 1715  hinzu, die Altarbilder der beiden Seitenaltäre, der heilige Josef und der heilige Sebastian,  tragen die Jahreszahl 1868 und wurden vom  Haslacher Wirt und Kunstmaler Rudolf Thoma gemalt. Die Altäre stammen aus der Werkstatt der Villinger Bildhauerfamilie Anton Schupp (1631 – 1713) und dessen Sohn Josef Anton Schupp (1664 – 1729), in ihren Tagen die gefragtesten Bildhauer im Landstrich zwischen Schaffhausen und Gengenbach. Die Konsekration der Kirche durch den Bischof von Konstanz, zu dessen Diözese das Wolftal damals gehörte, erfolgte erst im Jahr 1723. Eine Orgel erhielt die  Kirche erst im Jahr 1791, gebaut von dem jungen Meister Mathias Martin aus Münchweier. Von dieser Orgel ist nur das Gehäuse und der barocke Prospekt erhalten. Die heutige Orgel stammt aus dem Jahr 1904 und wurde von dem Überlinger Orgelbaumeister Wilhelm Schwarz gebaut.  Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gotteshaus für die wachsende Gemeinde allmählich zu klein. Pläne wurden geschmiedet und wieder verworfen. Sowohl eine Erweiterung als auch ein Neubau  wurden diskutiert; jahrelang ohne Ergebnis.

Im Juli 1916 kam dann mit Emil Rudolf Hefter ein Pfarrer in die Gemeinde, der Erfahrungen im Kirchenbau hatte. Es sollte dann noch einmal sieben Jahre dauern, bis man auch das Erzbischöfliche Ordinariat von der Notwendigkeit einer Kirchenerweiterung überzeugt hatte. Wenige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg und mitten im Inflationsjahr 1923 begann man das große Werk. Dank vieler Spenden und großzügiger Frondienste von Bürgern, Pferden und Fahrzeugen ging der Bau zunächst zügig voran. Geldmangel ließ die Arbeiten in den folgenden Jahren immer wieder ins Stocken geraten. Als die mehr um das Doppelte vergrößerte Kirche am 16. Juli 1927 vom Freiburger Erzbischof Carl Fritz konsekriert wurde, fehlten noch ein Teil der Deckengemälde. Lediglich Chor und Apsis waren fertig gestellt und ausgemalt. Die übrige Ausmalung der Kirche durch den renommierten Karlsruher Kunstprofessor Joseph Mariano Kitschker erfolgte erst im  Jahre 1928. Auch die neobarocke Stuckausstattung wurde durch den Künstler Konrad Bayerlein erst in diesem Jahr geschaffen. Die letzten Bilder des vom Berliner Kunstmaler Professor Bernhard G. Lucki gemalten Kreuzweges wurden gar erst 1932 fertiggestellt. Dieser Kreuzweg ist eine Stiftung der damaligen Herren des „Schlössle“ in Schapbach, Dr. Siegfried Aram und Senator Heinrich Grünwald, zwei jüdischen Mitbürgern, die sich auch in vielen anderen Bereichen als Wohltäter erwiesen. Zu den geplanten beiden Türmen kam es dann nicht mehr. Es blieb beim kleinen Dachreiter, der das  dreistimmige Geläute aufnahm. Erst im Jahr 1955 konnte Pfarrer Erich Schmidt, seit 1950 Seelsorger in Schapbach, die Pläne für die beiden Kuppeltürme umsetzen, in denen  nun auch das neue fünfstimmige Geläute unterkam. Im Jahr 1961 erfolgte unter der Leitung des bekannten Kirchenmalers Franz Baumann aus Lautenbach im Renchtal die erste Innenrenovation seit dem Kirchenbau von 1923. Im Jahr 1984 wurden das Dach und der Außenanstrich erneuert.

In den Jahren 2007/2008 erfolgte eine umfassende Innenrenovation. Altäre, Statuen, Kanzel, Gemälde und die reichhaltige Stuckausstattung wurden gereinigt und gesichert, die Raumschale in lichten Pastelltönen gestrichen, das Gestühl renoviert und die elektrischen Anlagen vollständig erneuert. Zusammen mit der passenden Beleuchtung  wurde die Pfarrkirche nun wieder in barockem Glanz buchstäblich zum Strahlen gebracht.  Auch diese Renovation wurde  -ganz in der Tradition ihrer Vorfahren- durch die Gemeindemitglieder in vielfältiger Weise durch unentgeltliche Arbeitsdienste und Spenden unterstützt.

Erich Bächle

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