Wolftal-Gastgeberverzeichnis - page 22

wildromantische Brücke
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bei gutemWasserstand das
Wolftal auf ganz eigene Weise
„erfahren“.
Ganz unerwartet, direkt neben
der Straße mehrere große
Industriehallen, Parkplätze
und gefühlte zweitausend
leere Mineralwasserkisten.
„Peterstaler“ lesen wir auf
Schildern und Lkw's, das
ist doch ein Mineralwas-
ser? Verwundert reiben
wir uns die Augen, kann
das sein, so abseits?
Aber klar doch, das
muss sogar so sein,
denn Mineralwasser
soll ja aus intakter
Natur kommen. Wir
erfahren, dass aus Bad
Rippoldsauer Quellen
unter anderem das bekannte
stille, sanfte Mineralwasser
„Black Forest Pearl“ stammt,
dass es auch hier gleich ab-
gefüllt und mit firmen­eigenen
Fahrzeugen zum Händler oder
in Gasthäuser gefahren wird.
Nur wenige Meter weiter
dann eine eindrucksvolle
Kirche: Die Wallfahrtskirche
Mater Dolorosa, wo jeden
Freitag ein Wallfahrtsgottes-
dienst stattfindet. Die Wolf
ist nun ein richtiger Bach,
angewachsen durch viele
Zuflüsse, das Wasser verdünnt
und nicht mehr ganz so braun
wie im Oberlauf, die Bachufer
mit Steinen befestigt und
mit abwechslungsreichem
Bewuchs. Das Tal ist breiter,
Bauernhöfe bereichern links
und rechts unseren Weg,
Abstecher bieten sich an, die
wir aber auf einen anderen
Tag verschieben müssen,
wenn mehr Zeit ist für den
Burgbach-Wasserfall, den
Wolf- und Bärenpark oder die
Schapbacher Pfarrkirche Sankt
Cyriak mit dem barocken
Interieur und den beiden
markanten Kirchtürmen.
Holz scheint imWolftal ein
großes Thema zu sein: Erst
der dichte Wald zwischen
Ursprung und Wolfengrund,
dann der Ortsteil Holzwald,
später dann der Bauer mit
dem Anhänger voll gespalte­
nem Holz, das Sägewerk an
der Abzweigung zum Freiers-
berg als Vertreter der modern-
en Holzindustrie, der Hinweis
auf Flößer auf einem Schild
am neuen Radweg-Abschnitt.
Hier ist die Rede von einer
"Riese“, eine Art Erdkanal zur
Beförderung von Holzstäm-
men vomWald zum Bach.
Flößer haben anschließend
das Holz vomWaldbauern
übernommen und auf dem
Fluss bis nach Straßburg und
Holland transportiert.
Alles gefährliche Arbeiten.
Gute alte Zeit?
Wie auf’s Stichwort radelt die
„neue“ Zeit mit Schwung und
Leichtigkeit an uns Pedalhel-
den der alten Schule vorbei:
Ein Ehepaar auf Pedelecs
überholt uns mühelos, den
Wallfahrtskirche Mater Dolorosa
mit Rückenwind durchs Wolftal
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