Wolftal-Gastgeberverzeichnis - page 21

erklärt mir dann erst mal
die Sache mit dem Schaum:
Dieser entsteht beim
Abbau von abgestorbenen,
organischen Materialien und
taucht besonders an stark
fließenden Gewässern auf,
ist absolut natürlich und gar
nicht so häufig zu finden,
Moorgebiet eben, deshalb
auch die dunkle Wasserfarbe.
Wir fahren nun immer am
Hang entlang, von der Berg-
seite her plätschern und
rauschen immer mehr Zuflüsse
der jungen Wolf zu, wir über-
queren kleine Brücken, teil-
weise sehr alt, überwuchert
mit Moos, umwachsen von
Farn, es summt und rauscht
um uns herum, in der Ferne
knacken Zweige - so stelle ich
mir einen Zauberwald vor.
Ich bin gespannt, ob wir auch
Zwerge und Elfen treffen
werden, ganz abwegig
erscheint mir das in dem
Moment nicht.
Ungefähr auf der Höhe des
Ortsteils Holzwald müssen
wir feststellen, dass die wär-
mende Sonne nicht da ist
wo wir sind. Also, nichts wie
raus aus dem wunderschönen
Wald und auf in die offene
Landschaft: Wir bremsen uns
hinunter zumWolfengrund,
eine der hintersten Verzwei-
gungen imWolftal. Wie man
sich einen Schwarzwälder
Großvater vorstellt, sitzt hier
ein älterer Herr, genießt die
Aussicht und die Sonne und
freut sich sichtlich über den
unerwarteten Plausch. Wald­
arbeiter sei er gewesen, viele
Jahrzehnte lang, er kenne im
Umkreis jeden Baum.
Unser Weg führt nun auf der
Straße hinunter in den Orts­
teil Holzwald, der abseits der
Haupt-Durchgangsstraße liegt.
Wir staunen darüber, wie viele
Häuser es hier gibt, wie viele
Gästezimmer und Ferienwoh-
nungen so weit hinten im Tal.
Anderseits ist es klar, denn
es ist ruhig, es gibt unendlich
viele Wanderwege und im
Winter ist der Kniebis mit
seinem kleinen Skilift und den
vielen Langlaufloipen nicht
weit. Und Kultur gibt es auch,
allerdings nicht im erwarteten
Sinn mit Musik und Literatur:
Im und um das Wald-Kultur-
Haus finden wir Informationen
über Waldbewirtschaftung,
Flößerei, Pflanzen, Wasser,
Bienen. Und wir lernen das
Ehepaar Armbruster kennen,
die mit Hingabe jeden Holz-
pfeiler und jedes Brettchen
mit Holzschutzfarbe streichen,
ehrenamtlich! Schnell weiter,
bevor wir vor lauter schlech-
tem Gewissen selbst zum
Pinsel greifen.
Die Wolf ist nun schon ein
respektables Gewässer, einige
Meter breit, nur teilweise
gebändigt, aber immer noch
voll mit Steinen, „verblockt“
sagen Kajakfahrer, die hier
wertvolles Ehrenamt
Langlaufloipen auf dem Kniebis
Schwarzwälder Großvater
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